Temelin.

Melker Prozess

Im Dezember 2001 wurde der Melker Prozess mit der Brüsseler Vereinbarung abgeschlossen.

Die Tschechische Republik und Österreich kamen überein, dass internationale Experten sich über insgesamt sieben offene Sicherheitsfragen in Workshops und bilateralen Treffen austauschen werden. In der Brüsseler Vereinbarung (Kapitel VI) wurde festgelegt, dass die offenen Sicherheitsfragen vor Aufnahme des kommerziellen Betriebs im AKW Temelin gelöst sein müssen.

Die Hauptrisiken beim AKW Temelin betreffen die parallel laufenden hochenergetischen Leitungen auf der 28,8m-Bühne und die Sicherheitsventile, für die bis heute keine umfassende Qualifizierung nachgewiesen werden konnte.

Seit Oktober 2005 liegt der Endbericht zum Melker Prozess vor. Und er bestätigt: Temelin ist so unsicher wie zu Zeiten der Grenzblockaden im Jahr 2000. In den höchst sicherheitsrelevanten Punkten (hochenergetische Leitungen und Sicherheitsventile) gibt es die zugesicherten Nachrüstungen NICHT!

Trotzdem erfolgte im November 2006 die endgültige Betriebsgenehmigung von Temelin. Und damit der letztmögliche Zeitpunkt für den ein Beginn des kommerziellen Betriebs angesetzt werden kann.

Anmerkung: Bereits im Oktober 2004 erfolgte die atomrechtliche Genehmigung für Temelin und Rechtsexperten gehen davon aus, dass bereits zu diesem Zeitpunkt der kommerzielle Betrieb angesetzt werden muss.

Der Nationalrat reagiert auf die endgültige Betriebsgenehmigung mit einem einstimmigen Entschließungsantrag in dem von der Bundesregierung die Einleitung von völkerrechtlichen Schritten gegen die Tschechische Republik (14. Dezember 2006) verlangt wird.

Die Bundesregierung in Wien ist nun gefordert! Und es hängt von der Bundesregierung ab, ob die atomare Gefahr durch Temelin gebannt werden kann oder nicht.

Ausbau um 2 weitere Blöcke

Im Sommer 2008 hat der tschechische Atomstromkonzern CEZ um eine Umweltverträglichkeitsprüfung für den Ausbau des AKW Temelin um zwei weitere Atomreaktoren angesucht. Völlig unklar ist bis heute aber, welcher Reaktortyp errichtet werden soll. Sämtliche Warnhinweise aus Tschechien, dass Temelin ausgebaut wird, hat der damalige Umweltminister Josef Pröll überhört. Bei Aktionen musste er sich deswegen einiges an Kritik anhören (Protestaktion in Wels - 4. September 2008).

Informationen zum Temelin-Ausbau folgen laufend.

Weitere Informationen zu Temelin unter:
www.umweltbundesamt.at
www.temelin.com (Anti-Atom-Beauftragter des Landes OÖ Radko Pavlovec)

atomstopp: OÖ Landespolitik beantwortet drei Fragen zum AKW Temelin. Drei Fragen zum Atomkraftwerk Temelin - Antworten auf einen Offenen Brief:



news 21.04.10 atomstopp und Bürgeriniative Umweltschutz fordern von Politik: Umfassende Katastrophenschutzübungen in Südböhmen und in Oberösterreich
Aktion am 23. April in Temelin - 1.000 Luftballone starten mit "Grüßen aus Temelin"
Aktionsort: Wiese bei Strom-Schaltstation in Kocin - GPS-Koordinate: 49°9'21.495"N, 14°21'28.482"E - Link zur Anzeige des Aktionsortes: Standort Aktion Kocin 23. April 2010

Aktionszeitpunkt: 12:00 Uhr
Aktionsbeschreibung: Start von 1.000 Luftballons mit Postkarten "Grüße aus Temelin" und der Aufforderung an die OÖ Landespolitik nach einer landesweiten Katastrophenschutzübung

"Im Falle eines atomaren Unfalls im Atomkraftwerk Temelin können die Bewohner_innen in Südböhmen und in Oberösterreich massiv betroffen sein: Abhängig von der Wetterlage droht auch Oberösterreich eine radioaktive Verseuchung vergleichbar mit dem Super-GAU von Tschernobyl am 26. April 1986 und damit eine großräumige Absiedelung. Helmut Hirsch kommt in seiner abschließenden Stellungnahme für das Land Oberösterreich bereits 2001 (!!) zum Schluss, dass "beispielsweise im Raum Linz Bodenkontaminationen von 1.500.000 bis 5.000.000 Becquerel Caesium-137 pro Quadratmeter auftreten können. Die Bevölkerung von Gebieten mit einer Belastung von 1.500.000 Becquerel/m² wurde in Weißrussland 1986 nach dem Unfall von Tschernobyl umgesiedelt!", so die Sprecher von atomstopp_oberoesterreich, Roland Egger und Gabriele Schweiger und der Obmann der Bürgerinitiative Umweltschutz (Budweis), Pavel Vlcek. "Anstatt der Postkarten und den Grüßen aus Temelin wird man bei einem atomaren Unfall radioaktive Partikel wie Caesium, Strontium, Uran, Plutonium … finden!"

Oberösterreicher_innen werden frühestens 2013 auf den Katastrophenfall vorbereitet

"Es ist absolut inakzeptabel, dass wir in Oberösterreich mit unserer Forderung wegen der Bedrohung durch das AKW Temelin nach einer landesweiten Katastrophenschutzübung einfach auf das Jahr 2013 vertröstet werden. Der zuständige ÖVP-Landesrat Stockinger hat sich für unsere Anregung nach einer landesweiten Katastrophenschutzübung zwar bedankt, aber gleichzeitig festgehalten, dass eine landesweite Katastrophenschutzübung mit den bestehenden Übungsplänen abgestimmt, geplant und vorbereitet werden muss, sodass frühestens in zwei bis drei Jahren mit einer Umsetzung zu rechnen sein wird.", sind Egger und Schweiger empört.

"Sollte es also jetzt, oder morgen oder im nächsten Jahr zu einem atomaren Unfall im AKW Temelin kommen: Pech gehabt. Auf Landesebene steckt man dann immer noch gerade in den Abstimmungs-, Planungs- und Vorbereitungsarbeiten! Angesichts der Ausbaupläne in Tschechien muss mit höchster Priorität eine landesweite Katastrophenschutzübung eingeleitet werden! Die Kosten für die Großübung muss entsprechend dem Verursacherprinzip der tschechische Atomkonzern CEZ übernehmen müssen!", so Egger und Schweiger weiter.

Mehr Aktivität auf Landesebene gefordert!

"Wir sind mit den Aktivitäten auf Landesebene unzufrieden. Anstatt Appelle und Briefe an die Bundesregierung zu richten, sollte der Gefahr durch das AKW Temelin endlich ins Auge gesehen werden und die Oberösterreicher_innen umfassend auf den atomaren Super-GAU vorbereitet werden!", so Egger und Schweiger abschließend.

Weitere Informationen:
Roland Egger +43 664 421 56 13
Gabriele Schweiger +43 664 390 77 09

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